Mit Hammer und Meisel

Veröffentlicht auf von elenamelber@googlemail.com

Nur mit Hammer und Meisel "bewaffnet" wurden die imposanten orthodoxen Kirchen Lalibelas im 12.  und 13. Jahrhundert aus dem Fels gegraben. Angeblich ohne Bezahlung und im Namen Gottes schufen unzaehlige ArbeiterInnen im damaligen Roha unter der Aufsicht Koenig Lalibelas ein zweites Jerusalem. Insgesamt gibt es 11 Kirchen aus rotem Stein zu besichtigen, die auch heute noch taeglich als Ort des Betens genutzt werden. Es ist kaum vorstellbar, wie dieses harte Gestein in Form gebracht worden ist und es ist ein unglaubliches Gefuehl durch diese uralten Hallen zu wandern und dieses Wunder zu geniessen. 

Obwohl dieser Ort wohl das absolute Highlight Aethiopienas ist, ist das "Dorf" Lalibela fast nur per Flugzeug zugaenglich und unser Bus-Trip war gar nicht so einfach - aber wir sind angekommen. Und auch sehr herzlich empfangen worden. Wir wunderten uns schon, weshalb wir von den Kindern niemals um Geld gefragt wurden, bis wir herausgefunden haben warum. Als wir mit ein paar Kindern ins Gespraech kamen, die wirklich witzig waren und super Englisch konnten, rannten sie ploetzlich weg als die Polizei den Weg entlang kam. Als wir fragten warum, erklaerten sie uns, dass sie eine Strafe zahlen muessen, wenn sie sich mit Auslaendern unterhalten, obwohl sie keine offiziellen Guides sind. Ich war ziemlich geschockt, dass es ihnen wirklich verboten ist, denn wie soll so denn ein Kulturaustausch stattfinden. Allerdings fing ich langsam an zu verstehen, dass es nur zum Besten der Kinder ist, denn wenn sie immer wieder erfahren wuerden, dass sie Geld von den Faranjos (Auslaendern) bekommen, wuerden sie wohl nicht mehr in die Schule gehen und haetten, wie in vielen anderen Touristen-Orten auch, gar keinen Respekt mehr vor den Besuchern. Trotz dieser Regelung setzten wir uns etwas darueber hinweg, gingen mit den Kindern Kicker spielen und liesen uns in das Haus eines Jungen einladen, wo uns ein Kaffee zubereitet wurde. Fuer mich war dieser Abend einfach wunderschoen, wir hatten wahnsinnig viel Spass, haben viel gelacht, eine andere Kultur kennengelernt und wurden nicht nur als die Weissen mit viel Geld betrachtet. Und doch nagen an mir Gewissensbisse, ob wir damit einen Fehler gemacht haben und es zum Besten der Kinder haetten bleiben lassen sollen. Auch wenn ich mir sicher bin, dass es auch fuer sie ein schoener Abend war.

Lalibela ist wunderschoen in den Bergen gelegen, man hat einfach eine unglaubliche Aussicht und die Luft ist wunderbar frisch. Dort konnten wir noch etwas Energie tanken, bevor es gestern in einer 17Stunden-Busfahrt zuerueck nach Addis Ababa ging. 

Und auch hier verweilen wir nicht lange und morgen frueh geht es nun auf die letzte Etappe in den Sueden, ueber Kenia nach Tansania - unzaehlige Stunden im Bus liegen vor uns und wir freuen uns schon jetzt hoffentlich in spaetestens einer Woche Mwanza zu erreichen.

Dank unserer neusten Mitreisenden, den Bettwanzen, wird dieser Hoellen-Bus-Trip sicherlich noch weniger spassig. Falls also irgendjemand von euch Tips gegen diese nervigen kleinen Biester hat, sind sie hier herzlich willkommen. :)

Ich hoffe spaetestens aus Nairobi Neues berichten zu koennen und wuensche euch eine schoene Woche!

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Veröffentlicht in 2010-2011

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H
<br /> Die Bettwanzen sind wirklich hartnäckige und anhängliche Blutsauger. Ein paar Tipps zur Bekämpfung habe ich hier gefunden:<br /> http://bettwanzen-ratgeber.de/<br /> So leicht wird man diese Mitbewohner leider nicht mehr los :-(<br /> <br /> <br />
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