Busfahren bis zum Abwinken

Veröffentlicht auf von elenamelber@googlemail.com

Wir haben es tatsaechlich geschafft und das auch noch in weniger Tagen als befuerchtet - Wir sind in Nairobi!

 

Noch in Addis Ababa haben wir Fluege gecheckt und wohl alle insgeheim auf einen billigen Flug gehofft, der uns die 4 Tage Busfahrt bis Nairobi ersparen wuerde - aber leider waren wir zu spaet dran.Also stellten wir uns auf mindestens 4 Tage Fahrt ein und hatten schon ziemlichen Horror davor. Letztendlich lief aber alles super problemlos und wir sind an einem Tag 12 und am naechsten 10 Stunden bis zur Grenze gefahren, wo gluecklicherweise am naechsten morgen gleich ein Bus nach Nairobi aufbrach. Also verbrachten wir gestern ganze 24 Stunden im Bus, wovon ca. 20 Stunden ungeteerte Strecke waren. Die unglaubliche Landschaft Nordkenias war fuer uns schwer zu erkennen - ueberall Sand, Steine und sonst absolut NICHTS... :) Wir hatten uns das wohl etwas ander vorgestellt - aber unsere gute Laune konnte auch dieser Trip nicht vertreiben.

 

Immer wieder habe ich mich gefragt, weshalb Menschen in dieser steinigen und unglaublich heissen Wueste leben, wovon sie sich dort ueberhaupt ernaeheren und wieso sie nicht in fruchtbareres Land siedeln. Anscheinend leben sie vom Vieh, wie mir spaeter erklaert wurde, womit sie Handel in den Staedten treiben (von denen es hier kaum welche gibt!).

 

Auf der Fahrt machten wir auch einige sehr interessante Begegnungen:

 

Zuerst kamen wir mit einer Frau ins Gespraech, die in unserer Reihe sass. Sie sprach gutes Englisch, war sehr huebsch und in muslimische Gewaender und Kopftuch gehuellt. Es stellte sich heraus, dass sie in Nairobi als Soldatin arbeitet - das haetten wir wohl niemals erwartet.

 

Dann lernten wir den obersten muslimischen "Chef" fuer die Muslime in Nordkenia kennen, der gerade auf dem Weg zu einer grossen Konfernz ueber weibliche Genitalverstuemmelung in den Sudan war - er unternimmt grosse Aktionen gegen diesen Brauch und sagt, dass der Koran so etwas nie sagen wuerde. Mit ihm hatten wir sehr interessante Gespraeche und er lud uns sogar zum Essen ein. Trotzdem wusste ich nicht wirklich was ich von ihm halten sollte, denn zum Beispiel wollte er uns Frauen nicht die Hand schuetteln, da Frauen so etwas besonderes sind, dass sie von keinem anderen Mann als ihrem Vater oder ihrem Ehemann angefasst werden duerfen. Und Verschleierung ist ein Zeichen der Wuerde...

 

Unsere dritte wirklich interessante Begegnung war mit einem Kamera-Team, dass im Bus mitfuhr und einen Film ueber diese Strasse von der Grenze zu Aethiopien bis nach Nairobi drehte.

Von ihnen erfuhren wir, dass sowohl Aethiopien als auch Kenia Gelder fuer den Bau einer Strasse von der Hauptstadt bis zur Grenze bekommen hat, dass aber nur Aethiopien das Geld wirklich dafuer eingesetzt hat und in Kenia das Geld an koruppte Politiker ging.

Ausserdem erzaehlten sie uns von bewaffneten Ueberfaellen, die hier ab und zu stattfaenden - doch mein Schock legte sich nach einigen Erklaerungen wieder. Die Banditen waeren aus der Gruppe der " Oromo Liberation Front", einer Gruppe, die fuer die Unabhaengigkeit des Volkes der Oromo in Aethiopien kaempft und wegen Verfolgung in den Norden Kenias geflohen ist. Mittlerweile sind sie hier ansaessig und es gaebe nur noch selten Ueberfaelle und wenn doch, dann stoppen sie den Bus und bitten nach Geld und Essen und es kommt nicht zur Gewaltanwendung.

Das Kamera-Team hatte wohl sogar auf einen solchen "Ueberfall" gehofft, aber ich war uebergleucklich als wir heute morgen endlich in Nairobi ankamen.

 

Jetzt sind wir natuerlich hundemuede und werden heute bald im Bett landen, bevor wir dann morgen abend endlich die letzte Busfahrt antreten - nach Mwanza! Wir koennen es kaum erwarten!

 

PS: Unsre Kenianische Nummer bis morgen Nacht ist: +254700822906!

 

 

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Veröffentlicht in 2010-2011

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T
<br /> Huhu,<br /> ich freu mich das ihr heile angekommen seid!!! Viel Spaß in Mwanza...<br /> <br /> <br />
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