In koeniglichen Gemaeuern...
Nach unserem Kurztrip nach Somaliland sind wir in Harar gelandet, eine Stadt im Osten Aethiopiens, die ich wohl guten Gewissens eine der schoensten afrikanischen Staedte nennen kann, die ich bisher gesehen habe!
Die urspruengliche Stadt ist von einer hohen Mauer mit 5 grossen Toren umgeben. Innerhalb dieser Stadtmauern scheint man in einer anderen Welt zu leben: Durch die kleinen verwinkelten Gaesschen springen Ziegen oder Esel werden hindurchgetrieben, die Feuerholz oder Lebensmittel transportieren. Immer wieder trifft man auf kleine Maerkte mit Obst und Gemuese oder Esel-Park-Stationen von ca. 50 Tieren. Es gibt ca. 72 kleine Moscheen, eine katholische Kirch und eine orthodoxe Kirche und ueberall ist eine sehr friedliche Atmosphaere - hierfuer gab es sogar von der Unesco einen Friedenspreis fuer die Stadt. Immer wieder irrt man durch die buten Gaesschen, Kaffee-Duft zieht in die Nase aus der nahegelegenen Kaffee-Roesterei und bunt-geschmueckte Omoro-Frauen und Kinder suchen sich, mit dem Gepaeck auf dem Kopf, ihren Weg durch die Menge, begleitet von einem lauten Stimmengewirr...
Dank unserer Entscheidung, einen Fuehrer zu organisieren, haben wir so wunderbare Flecken gesehen, die wir ohne ihn wohl niemals zu Gesicht bekommen haetten und waren einfach beseelt von dieser Idylle und der Freundlichkeit, die uns hier entgegengebracht wurde!
Er bracht uns am Abend auch zu einem Platz ausserhalb der Stadtmauern, wo sich seit ca. 50 Jahren die Hyaenen einfinden, um in einem Ritual gefuettert zu werden, damit sie dem Stadtinneren fern bleiben. Es war schon beeindruckend, wie aus der Nacht, im schein der Taschenlampe, die Augen der Tiere aufflackerten und sich dann ca. 20 Hyaenen immer naeher heranwagten... Mittlerweile ist das natuerlich hauptsaechlich eine Touristen-Attraktion, aber ich fand es trotzdem eine wunderbare Erfahrung. Wahrscheinlich auch, weil ich dann selbst fuettern durft und mir der Mann einfach einen Holzstock mit Fleisch daran in den Mund steckte und die Hyaene ca. 10cm vor mir mit ihrem maechtigen Gebiss zugebissen hat und mich dabei anschaute! Das war mal wieder ein Adrenalin-Kick! Ich fand es einfach super! Aber macht euch keine Sorgen, die Tiere schienen sehr friedlich und nicht sonderlich angsteinfloessend!
Die Stadt Harar ist auch sehr Geschichtstraechtig, da hier Hail Selassie alias Ras Tafari aufgewachsen ist und sowohl er als auch sein Vater Kaiser von Aethiopien waren.
Kleine Anekdote zur Entstehung der Rastafari-Bewegung:
In Jamaika hatte es seit Jahren nicht mehr geregnet und auf der ganzen Insel herrschte grosser Hunger. Als Ras Tafari zu Besuch kam und aus seinem Flugzeug stieg, begann es seit jahren das erste Mal wieder zu regnen. Die Menschen sahen ihn als eine Art Gott an und verehrten ihn auch so. :)
Jetzt sind wir wieder zurueck in Addis Ababa und Anna-Lena und Daniel sind gut bei uns angekommen. Jetzt kann die Reise in den Norden bald losgehen.