" Wir sind im Fernsehen!"

Veröffentlicht auf von elenamelber@googlemail.com

Diese Woche war es endlich so weit und am Samstag stand die große Jahreshauptversammlung von TUNAWEZA an. Unzählige Leute, die auch nur im entferntesten etwas mit dem Thema 'Behinderung' hier in Mwanza zu tun hatten waren eingeladen, auch die Nachbarn und lokalen Regierungsleute. Es sollte ein öffentliches Meeting werden, fast so etwas wie ein ' Tag der offenen Tür' . In der Woche davor war vieles zu tun - die unfertigen Wände mussten fertig gestrichen werden, die Ausstellungs-Räume schön hergerichtet werden, die Sitzordnung geplant werden, Essen organisiert werden und vieles mehr. Vor allem am Freitag hieß es dann zumindest für mich 'Ab in die Küche!' : Gemüse schnippeln bis zum umfallen (natürlich zusammen mit den Jugendlichen), versuchen die Tränen vom beißenden Rauch des Ofens, der mit Feuerholz geschürt wird, zu unterdrücken und dann letztendlich auch noch Fleisch-schneiden und Fisch-ausnehmen! Da wurde mir doch recht schlecht! ;) Das Fleisch war zwar gut, aber hier sind das einfach große Stücke mit zersplitterten Knochen, Knorpeln und Fett, die einem den Apettit wirklich verderben können. Das Ausnehmen der Fische hat daben dann glücklicherweise zwei unserer Jungs zusammen mit dem Leiter Obadia übernommen - sie haben das sicherlich besser gemacht als ich.

 

Samstag morgen hieß es dann also früh aufstehen, um das Essen rechtzeitig zum Ende des Meetings fertig zu bekommen. Während es also in Strömen regnete, wurde weiter Gemüse geschnippelt, das Feuer angeschürt und lecker gekocht - die Jugendlichen haben schon die ganze Woche von nichts anderem mehr als 'Pilau (gewürzter Reis) und Soda' geredet, weil es das hier nur zu großen Festen wie Hochzeiten o.ä. gibt und halfen deshalb umso kräftiger mit. Unsere Köchen versuchte mich in ihrer Kochkunst zu unterrichten - aber bei dem beißenden Rauch habe ich es bald aufgegeben...

Im Haus war sahen die Stuhlreihen leider etwas leer aus - was vor allem an den kräftigen Regenfällen lag, die hier in Tansania fast immer die komplette Stadt lahm legen. Das war schon eine kleine Enttäuschung, aber einige Eltern und Interessierte waren trotzdem gekommen und es gab einige interessanten Diskussionen. Da das Meeting mit 2 Stunden Verspätung begonnen hatte und das Essen aber rechtzeitig fertig war, schlichen die Jugendlichen die ganze zeit um das Essen und konnten es kaum mehr aushalten, bis sie schließlich endlich kräftig zuschlagen konnten und mit leuchtenden Augen ihre Soda trinken konnten.Es war schön sie so zu sehen und hat mich wirklich glücklich gemacht!

 

Da auch wirklich ein Mann vom Lokalen Fernsehsender gekommen war und Aufnahmen von TUNAWEZA und Interviews mit Obadia, dem Vorsitzenden und einem Vater gemacht hatte, bekamen wir abends mitgeteilt, dass wir noch am gleichen Abend im Fernsehen sein würden. Also ging es dann auf die Suche nach einem Fernseher bei uns im Dorf - leider wurde überall Politik auf einem anderen Sender geschaut, da nächstes Wochenende hier große Wahlen sind. Schließlich wurden wir aber in einem schicken Hotel fündig, wo wir den Fernseher im Zimmer einer der Gäste nutzen durften - Hier ging zwar Bild, aber kein Ton! ;) Obadia erzählte uns später, er hätte den Ton gehört aber kein Bild gehabt, weil er einen Freund angerufen hatte, der sein Handy an die Lautsprecher seines Fernsehers gehalten hatte. :) Das ist Tansania!!!

Aber wir werden das Bildmaterial noch vom Sender direkt bekommen. Leider hat natürlich wahrscheinlich kaum jemand den Bericht gesehen, da alle Politik geschaut haben. Aber wir waren tatsächlich im tansanischen Fernsehen!!!

 

Jetzt war heute dann mein einziger freier Tag, den ich dann mit einer Freundin bei strahlendem Sonnenschein auf einem kleinen Segelboot auf dem Viktoria-See verbracht habe. Genau das richtige für Energie-Tanken an einem gemütlichen Sonntag! :) Das könnte ich gerne jeden Sonntag machen!

 

Nächstes Mal werde ich euch ein bisschen von den Jugendlichen und ihren teilweise wirklich harten Schicksalen erzählen, die mich doch manchmal bis in den Schlaf verfolgen und mich ziemlich beschäftigen. Genauso gibt es aber auch sehr positive Geschichten, die ich euch erzählen möchte.

 

Bis bald also! Habt eine gute Zeit!

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Veröffentlicht in 2010-2011

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A
<br /> wow! nicht schlecht! zwar echt schade, dass nur so wenige kamen, aber immerhin :-) wie viele waren denn dann ungefähr da?<br /> <br /> fühl dich umarmt!!! :-)<br /> <br /> <br />
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E
<br /> <br /> War wirklich schön! Naja, vielleicht so 20 Leute schätzungsweise... Schon echt wenig, aber wie du sagst "immerhin" :)<br /> <br /> <br /> Gut von dir zu hören, warte schon die ganze Zeit auf ne Mail ;)<br /> <br /> <br /> Fühl dich auch umarmt! Busu<br /> <br /> <br /> <br />