Schicksale...

Veröffentlicht auf von elenamelber@googlemail.com

 

Wenn ich die Schicksale der Jugendlichen anschaue, die hier bei uns in TUNAWEZA arbeiten, wird mir doch manchmal ganz anders und tatsächlich bin ich manchmal den Tränen nahe.

 

Mit einer Behinderung hier in Tansania geboren zu werden ist meist wirklich sehr hart. Wenn die Kinder das Glück haben, überhaupt von ihren Eltern akzeptiert und großgezogen zu werden, verbringen sie häufig ihr Leben versteckt im Haus oder werden meist nicht wie gleichwertige Mitmenschen behandelt. Sie müssen häufig ein Leben am Rande der Gesellschaft führen und Menschen mit einer geistigen Behinderung haben es noch einmal besonders schwer.

 

Einige Jugendliche von uns mussten beispielsweise erst lernen aus einem Teller zu essen, da sie zu Hause vom Boden gegessen haben. Man musste ihnen zeigen, dass es eine Toilette gibt, die es zu benutzen gilt und das es einfach Dinge gibt, die man nicht tut. Ihre Eltern hatten das wohl nicht für nötig gehalten, da sie ihr Kind im Geiste schon aufgegeben hatten.

 

Andere Geschichten zeigen immer wieder die Hilflosigkeit der Eltern, die sich nicht anders zu helfen wissen, als ihre Kinder zu schlagen und verprügeln, wenn sie nicht auf sie hören.

Und Nachbarskinder, die mit Steinen nach den Jugendlichen werfen, gibt es auch noch.

 

Hauptproblem sind leider häufig die Eltern, die meist auf Grund fehlenden Wissens die die Fähigkeiten ihres eigenen Kindes nicht wahrnehmen und schon bei der Diagnose jegliche Hoffnung aufgegeben haben. So schicken sie dann lieber ihr Kind auf die Straße zum Betteln anstatt zu uns in die Werkstatt, weil so etwas Einkommen für die Familie da ist. Anderen Eltern sind ihre Kinder so egal, dass diese Jugendlichen letztendlich auf der Straße landen und sich im schlimmsten Falle prostituieren, weil sie es nicht besser wissen...

 

Andere lassen sich ausnutzen und arbeiten jeden Tag hart in irgendeiner Restaurantküche, wo sie eine billige Arbeitskraft darstellen, weil sie den Wert des Geldes, das sie am Ende des Tages bekommen, nicht einschätzen können. Häufig tun sie das auch für sog. „Freunde“.

 

Die Geschichten der einzelnen Jugendlichen sind manchmal einfach grausam und wenn man diese Jungen und Mädchen dann auch noch selbst kennt und weiß, wie herzensgut, lieb und aufmerksam sie sind, tut es noch einmal mehr weh, zu wissen wie sie außerhalb der Werkstatt behandelt werden...

 

Leider können wir nicht mehr tun, als zu versuchen die Eltern zu überzeugen, dass ihr Kind etwas leisten kann und dass man diese Fähigkeiten fördern kann.

Außerdem bieten wir den Jugendlichen in der der Zeit, die sie bei uns in TUNAWEZA verbringen, einen Schutzraum, in dem sie viel Bestärkung in ihre Fähigkeiten, Begegnung auf gleicher Augenhöhe und auch etwas Liebe erfahren können.

 

Ich will euch hier keine Einzelschicksale erzählen, da das meiner Meinung nach zu stark die Privatsphäre der einzelnen Jugendlichen einschränkt, aber jetzt wisst ihr was mich hier manchmal ziemlich beschäftigen kann und wo ich gerne etwas unternehmen will, aber einfach hilflos zuschauen muss...

 

Aber es gibt ja auch nicht nur negative Beispiele – auch wenn diese Schicksale zwar meist der Fall sind haben wir beispielsweise auch ein Mädchen, dass aus einer sehr gebildeten Familie kommt, die sie sehr unterstützen, an sie glauben und ihr viel Liebe entgegenbringen. Darüber kann ich mich dann wiederum auch sehr freuen! :)

 

Die Jugendlichen sind einfach jede und jeder für sich total einzigartig, jede und jeder hat seine oder ihre eigene Geschichte und ich habe sie wirklich alle schon jetzt furchtbar lieb gewonnen!

 

 

Werbung

Veröffentlicht in 2010-2011

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post
M
<br /> It has been a tough job so far for you, and it will be a tough job for you in the coming months too. Wish you all the best with helping as many kids as you can :)<br /> Big hug<br /> Maarten<br /> <br /> <br />
Antworten
E
<br /> <br /> Thanks a lot! I am doing my best...<br /> <br /> <br /> Have a good time too!<br /> <br /> <br /> Big Hug<br /> <br /> <br /> <br />